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„Ihr…Ihr lehnt ab? Hah, den selben Mut und den selben falschen Stolz kann ich in Euren Augen erkennen. Seinem Meister, in Eurem Fall dieser ‚Fürstin’, nicht in den Rücken zu fallen ist zwar ein wahrlich ehrenvoller Lebensstil, doch wird er euch nicht sehr weit bringen!“ Wie konnte es diese niedere Kreatur nur wagen ihm zu widersprechen. Ihm, der sich die Natur Untertan gemacht hatte, Ihm, der sein Leben der Beschwörungskunst gewidmet hatte. Diese Wesenheit weiß doch gar nichts. Keinen blassen Schimmer hat dieser Bengel, wem er gegenüber steht.

Ganz schnell vergaß er wieder seine Bedenken was die Nekromanten angeht, und rief im Geiste seine Diener herbei. Sie sollten ihn zerfleischen, seine Gliedmaßen in dieser ganzen stinkenden Stadt verteilen, auf dass alle es sehen sollten. Ihm war egal, ob dieser Junge nun ein Mensch war, oder sonst etwas. Er würde ihm die Hölle zeigen, die Hölle, so wie sie nicht einmal der Teufel selbst gesehen hat. Das Feuer der Wut loderte in seinen Augen auf, der trockene Mund öffnete sich, die zugespitzten Zähne zeigten sich für einen Moment. Schon wollte er die verhängnisvolle Formel aussprechen, doch da wurde er unterbrochen. Eine weibliche Stimme sprach ihn, abermals von der Seite, an. Schlagartig verwarf er den Gedanken an Mord und Totschlag, den Gedanken diesem Bengel das Herz auszureißen, und ließ die schon gehobene Hand sinken. Das schwarz-bläuliche Licht, das seine Hand bedeckt hatte, erlosch. Sein Geist, der im Moment  Frohlockte, da er zum ersten Mal seit langem wieder frei war, und machen konnte was er wollte, wurde plötzlich wieder eingeschlossen und der dunkle Druide fühlte sich plötzlich schwächlich in der Gegenwart dieser Macht, die ihn schon seit seinem ersten Tag in dieser Stadt begleitete. Seine Macht schrumpfte, bis seine Wut vollkommen verflogen war, und das Feuer in seinen Augen erstickte. Konnte es denn sein? Hat er nun endlich die Quelle dieser Kraft gefunden? Oder vielleicht hat die Quelle auch ihn gefunden…

Er ließ sich seine momentale Schwäche nicht anmerken, quälte sich ein scheinbar grausames Grinsen heraus und wandte sich der Frau zu. Mit nur großen Anstrengungen konnte er seine Überraschung verbergen und seine Ehre beibehalten, als er in das blasse Gesicht von Keiyrena sah. Er sah aus wie eine leere Hülle, als ihm tausende von Bildern vor dem inneren Auge vorbeiflimmerten. Eine grauenvolle Stimme hallte in seinem Kopf wider, ein Schwert, mit dem er verbunden schien, ein Wald, ein Engel mittendrin mit einer Frau, die der vor ihm etwas ähnelte. Doch waren Ihre Gesichtszüge nun viel dunkler, kein Fünkchen von Gefühlen schein sie nun zu besitzen, nicht so wie die Frau dort im Wald, mit dem Engel zusammen. Hilfsbereit….

Die nächste Erinnerung flog ihm durch den Kopf und er schrie auf vor Schmerz und sah an sich runter. Blut rann von seiner Brust aus auf den Boden, drei Tiefe Stichwunden auf seiner Brust, wieder dieser grauenvolle Stimme, nur viel lauter, als würde sie schreien. Er sank auf den Boden….

Eine Hütte, mitten in dem selben Wald….Doch der Wald hat sich verändert, dunkel ist er nun, und scheint tot zu sein. Genau so wie der einfache Elb, der in der Hütte vor einem großen Spiegel steht. Ein faltiges Gesicht, blasse Haut, pechschwarze Haare, neben ihm wieder diese Frau, dieses mal ähnelte sie der heutige Keiyrena schon mehr. Vielleicht wahr sie kleiner als der Elb, doch bestimmt um einiges Stärker, was er heute zwar nicht mehr zugeben würde, aber es immer noch ganz deutlich spürte. Die nächste Szene und eine tiefe Schnittwunde öffnete sich auf seinem Arm, er fiel auf die Seite. Ein schreckliches Gewitter tobte im selben Wald, Bäume stürzten brennend um, mitten in dem Sturm stand wieder der Elb mit Zorn entbranntem Gesicht, doch keiner von ihnen ähnelte dem heutigen Mithran. Ihm gegenüber stand wieder die Frau, mit erhobenem brennendem Schwert, das sie gnadenlos auf seinen Arm niederfallen ließ. Getroffen sank der Elb zu Boden, ihm wurde schwarz vor Augen.

Ächzend stand der Druide vom Boden auf. Er blutete stark in der Brustgegend und hielt sich den Arm. Und doch grinste er, ja er lachte Keiyrena beinahe ins Gesicht. „Wie konnte ich  nur vergessen?“ flüsterte er kaum hörbar. „Und, ja, wir kennen uns. Dürfte ich eurem Gedächtnis wohl ein wenig auf die Sprünge helfen?“ Er riss sich  einen Teil des grauen Mantels runter, und drei Stichwunden auf seiner Brust kamen wieder zum Vorschein. Sie schienen schon alt und wieder verheilt, aber dem war nicht so. „Ist das nicht euer Werk, meine Hilfsbereite Keiryrena?“

Er ließ die Schnittwunde auf dem Arm zum Vorschein kommen, auch diese Verletzung ließ irgendetwas nicht heilen. „Sagt  bloß nicht,  Ihr erinnert euch nicht an den Silbernen Wald, oder? Sagt bloß nicht, dass Ihr unsere kleinen Auseinandersetzungen alle vergessen habt, hm?“ Er streckte die Arme von sich und Blutstropfen rannen in eine kleine Pfütze. „Nun frage ich euch, werte Fürstin, die Ihr zweifelsohne seid, wie konnten IHR MICH vergessen?“

4.5.07 15:09
 


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